Karosserie galvanisch Verzinken oder KTL beschichten?

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Re: Karosserie galvanisch Verzinken oder KTL beschichten?

Beitragvon heinz » Fr, 19 Dez 2025, 7:32

Servus,
die Ausführungen von ,, Soap_62,, sind meiner Meinung nach ein klein wenig überzogen.
sicher muß man Löcher bohren und die Durchführungen von Kabel und Schläuchen in den GFK-Body machen, aber das ist von der Herstellung nicht anders möglich.
Die GFK-teile vom Herrn Weiß, passten bei mir zu Hundertprozent. Ich hatte keine Probleme zwischen Kotflügel zum Body, auch der Fensterrahmen, Motorhaube, Hecktür sowie die rechte und linke Tür haben auf Anhieb gepasst.
Wie die Pass-Genauigkeit bei GFK-teile von den anderen Hersteller aussieht, keine Ahnung. Dazu kann ich und will ich keine Aussage treffen, habe dazu keine Erfahrungswerte, des halb lehne ich auch die Weitergabe von meinem Gutachten an dritte kategorisch ab.
Nur einfach die GFK-Variante drauf setzen, fest Schrauben, rein setzen und losfahren ist es leider nicht getan, aber im Gegensatz zur Blech-Variante, Bleche aus trennen, ggf. anfertigen, neu kaufen, dann nochmals anpassen, einschweißen und Grundierungen usw. anbringen. Dieser Arbeits-Aufwand ist auch nicht ohne. Auch wenn es sich um ein reines Sommer-Fz. handelt. Auch im Sommer gibt es nicht nur Sonnenschein.
Ich habe auch auch diverse Blechteile (Sitzschienen , Halter, Querstrebe unterm Amaturenbrett) von meiner alten Karosse ausgebaut und in die GFK übernommen, man muss diese nicht neu erfinden. Alle Massepunkte auf den Rahmen gelegt.
Egal ob GFK oder Blech, jeder Body hat sein Vor und Nachteile, das soll jeder für sich selbst entscheiden.
in diesem Sinne
gruß heinz
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Re: Karosserie galvanisch Verzinken oder KTL beschichten?

Beitragvon Maik283 » Fr, 19 Dez 2025, 12:50

Ich danke euch für eure Meinungen!

Ich denke, ich verabschiede mich von KTL und galvanisch Verzinken. Ich tendiere aktuell zu dem Neu-Aufbau bzw. der Reparatur der Original-Karosse. Ich habe einige gute Beispiele hier im Forum gesehen und bin beeindruckt, wie einige ihren Suzuki "gerettet" haben und er quasi wie neu dasteht. Auch wenn eine GFK-Karosse die beste Wahl gegen Rost ist, so ist sie für mich, und das ist nicht böse gemeint, doch zu wenig "original" und zu teuer, als dass ich mich von meiner jetzigen trennen könnte - da ich glaube, dass meine noch nicht hoffnungslos verloren ist.

Falls jemand eine gute Karosse - besser als meine - verkaufen möchte, gerne her damit :wink:

Mein Plan aktuell ist: Karosserie chemisch entlacken und entrosten (und neue Baustellen finden), mit EP konservieren, Schweißen, Lackieren. Natürlich alle Hohlräume konservieren und möglichst keine Bleche überlappen lassen. Tipps dazu gibt es ja unzählige in dem Forum, was mich maßgeblich motiviert, den Suzuki wieder auf die Straße zu bringen! Nach guten Quellen für Reparaturbleche suche ich zurzeit und habe schon viel auf eBay gefunden. Auch hier bin ich offen für Erfahrungen.

Wenn ihr dazu noch Tipps habt, immer gerne her damit 8)
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Re: Karosserie galvanisch Verzinken oder KTL beschichten?

Beitragvon nanno » Fr, 19 Dez 2025, 17:27

Am günstigsten für Reparaturbleche ist Sumo Suzuki in Ungarn. Die verkaufen die indischen Bleche in genau der Qualität, aber sie liegen halt schon in der EU, d.h. keine zusätzlichen Abgaben, Teile die ewig im Zoll hängenbleiben etc. Ich war sehr zufrieden mit denen, muss aber gleich sagen, mein Benchmark sind Post-sowjetische Reparaturbleche für den Lada und da sind die indischen Teile wesentlich besser. Es muss halt alles/vieles nachgearbeitet werden.

LG
Greg
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Re: Karosserie galvanisch Verzinken oder KTL beschichten?

Beitragvon heinz » Sa, 20 Dez 2025, 6:38

Servus Maik 283,
du schreibst keine Bleche überlappen lassen, ein Rep.-Blech ohne überlappen / absetzen einzusetzen wird wohl eher nicht möglich sein. Ein Rep.-Blech, das eingesetzt wird sollte abgesetzt, gelocht und eingeschweißt werden. Das einzige was man dann machen könnte ist die Naht oben und unten mit Falznaht-Abdichtung zu behandeln.
Bleche stumpf zusammen zu schweißen und eine durchgehende Naht zu haben sind nicht Wünschenswert, dadurch hat man das Material auf der ganzen länge der Schweißnaht geschwächt. Die einzige Möglichkeit durch zu schweißen ist, die Autogen-Schweißmethode, diese Schweißnaht bleibt weich und man kann diese nachbehandeln. Beim Schutzgasschweißen ist die Naht hart
Ich will ja hier im Forum die Berichte zur Restauration, hier nicht schmälern oder schlecht reden.
Es gibt zu Karosserie-Arbeiten (TÜV-gerechtes Arbeiten) unzählige Fachliteratur.
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Re: Karosserie galvanisch Verzinken oder KTL beschichten?

Beitragvon ohu » Mi, 24 Dez 2025, 5:26

heinz hat geschrieben:Bleche stumpf zusammen zu schweißen und eine durchgehende Naht zu haben sind nicht Wünschenswert, dadurch hat man das Material auf der ganzen länge der Schweißnaht geschwächt.


Hier möchte ich Dir widersprechen:
Erstens Fachlich:
Das Stumpf-Schweißen ist bei der aufgesetzten Suzuki-Karosse kein Problem, da der Rahmen die tragende Funktion erfüllt.
Eine Aufdoppelpunktnaht ohne Einschließen von Dreck unter Werkstattbedingungen hinzubekommen ist fast unmöglich.
Das "Schwächen" des Materials geschieht eben auf der gesamten Länge - das ist gut, da kann sich die Last verteilen. Punktuelle Lasten sind gefährlich, verteilte nicht.
Ein Reparaturblech lässt sich meist gut einsetzen, indem man den Überlapp vorher abschneiden.

Zweitens persönliche Meinung:
Das Absetzen/Lochen/Punktschweißen ist was für Originalitätsfetischisten, die alles "fabrikneu und besser" restauriert haben wollen.
An sich ist das für die Haltbarkeit der Bleche sehr nachteilig, da der Lastübertrag nur sehr punktförmig geschieht. Das Einbringen von Korrosionsnestern ist das noch größere Problem.
Warum wirds dennoch so gemacht bzw. in der von Dir genannten Literatur so empfohlen?
Es hat auch Vorteile, keine Frage
Vorteile der Methode:
- viel billiger in der Serienproduktion am Band
- ein Reparaturblechtausch ist mit "Schweißpunkte aufbohren, neues Blech an den gleichen Punkten wieder verschweißen" auch in der Werkstatt mit Stundensatz deutlich schneller getan als Bleche erst herzustellen
- schweißt man es einfach an die gleichen Punkte muss weder ein Prüfer noch ein Mechaniker drüber nachdenken, ob man da schweißen kann und darf.
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