Deutliche Verbesserung des Vergasers, aber Startproblemchen

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Deutliche Verbesserung des Vergasers, aber Startproblemchen

Beitragvon damaltor » Mi, 23 Aug 2023, 8:31

Sooo, ich hab es getan. Ich hab den Vergaser zerlegt. :D

Vorgeschichte:
Mein SJ413 ist immer sehr schön gefahren - von 0 bis 100 km/h nicht einmal verschluckt, keine Leistungsverluste, keine Zicken, immer in den ersten 2-3 Umdrehungen des Starters gestartet, extremst zuverlässig. Ich war damit sehr glücklich. Sehr unglücklich war ich aber mit dem Leerlauf: Manchmal hielt er den Leerlauf bei 2000 U/min, manchmal ging der Leerlauf "normal", manchmal ging der Motor einfach aus, sowie man den Fuß vom Gas nahm und die Kupplung getreten hat. Ich habe mir die Finger wund gebastelt beim Einstellen - aber es war nichts zu holen. Wenn der Leerlauf "normal" war, haben alle Einstellschrauben die gewünschte Wirkung gezeigt, wenn er aber 2000 U/min hielt, war es egal was ich daran herumgepfuscht habe - keine Schraube hatte eine nennenswerte Wirkung. Wenn er aber ausgehen wollte, konnte ich auch da nichts machen - weder der Schnellleerlauf durch elektrische Verbraucher, noch irgendwelche Einstellungen konnten da helfen. Nur gestartet ist er immer super zuverlässig.
Nun ging mir das schon sehr lange auf die Nerven - gerade beim Rangieren mit Anhänger o.ä. kann man es nicht brauchen, dass der Motor ständig ausgeht - und das wurde immer häufiger der Fall. Schlussendlich konnte ich kaum noch in der Stadt fahren, weil an jeder einzelnen Kreuzung der Motor ausging.
Ich hab mich also dazu durchgerungen, den Vergaser zu zerlegen. Es war wohl an der Zeit - der Filter im Vergaser war ziemlich dreckig, die Düsen hatten etwas Dreck angesetzt, und die Achsen der Drosselklappen waren etwas verklebt. Alles in allem das, was man nach >30 Jahren so erwarten kann. Ich hab also alles zerlegt, gereinigt, vieles getauscht (Stößel der Beschleunigerpumpe, Filter, Nadelventil, Anreicherungsventil, alle Kleinteile die ich irgendwie neu bekommen konnte, alle Dichtungen usw) und wieder zusammengebaut. Ich habe glaube ich noch nie etwas mühsameres gebastelt - so viele kleine Schrauben! SO VIELE FEDERN! Alle unterschiedlich! Viele Schrauben auch festgegammelt, so fest dass ich sie mit dem (manuellen!) Schlagschraubendreher rausholen musste. Das war auf jeden Fall nichts für schwache Nerven. Bonus war natürlich, dass ich dabei auch noch eine der Schrauben, die die Starterklappe an der Achse befestigen, abgebrochen habe... Gruß an dieser Stelle an meinen Nachbarn, der aus irgendeinem Grund eine Kaugummidose voll M2,5 Schrauben liegen hatte, in der passender Ersatz zu finden war.
Nach 2 Tagen zerlegen, reinigen, zusammenbauen hab ich den Vergaser wieder eingebaut, und das Auto ist sofort gestartet. YEAH. Und was soll man sagen - der Leerlauf ist nun _immer_ da wo man ihn einstellt, der Motor geht nicht mehr aus, auch wenn er lange im Leerlauf steht, Alle Unterdruckdosen tun was sie sollen, alle Einstellschrauben stellen genau das ein, was sie einstellen sollen. Ich habe den Vergaser dann noch nach der "Vergaseranleitung" die hier im Forum kursiert eingestellt, und bin sehr, sehr glücklich. Der große Aufwand hat sich komplett gelohnt, es ist echt ein ganz anderes Fahren jetzt.
Wer auch noch sowas vor sich hat: Sei clever, cleverer als ich, und mach VIELE Fotos oder ein Video dabei - ich hatte viel zu wenige Fotos, die Explosionszeichnungen sind nicht ausreichend, ich habe viel Zeit damit verbracht herauszufinden was wo hin kommt.

Nur eines habe ich noch, vielleicht fällt jemandem was dazu ein: Während der Motor vor der Vergaserüberholung grundsätzlich immer sofort gestartet ist (und dann Probleme im Leerlauf hatte), Ist es nun andersrum: Der Leerlauf (und alle anderen Fahrzustände) gehen perfekt, aber beim Start fühlt es sich so an, als würde der Motor keinen Sprit bekommen. Ich muss beim Starten entweder 3-4x das Gas treten um mit der Beschleunigerpumpe etwas Sprit reinzukriegen, oder 10-15 Sekunden "orgeln", damit der Motor startet. Läuft der Motor dann einmal, läuft er extrem ruhig (na gut, so ruhig wie ein alter Suzukimotor eben läuft) und verschluckt sich nicht. Dies ist sowohl im heißen, als auch im kalten Zustand, sowie er mehr als ca. eine Minute steht.
Meine Idee: Kann es sein, dass das Magnetventil undicht ist, und der Sprit zurück zum Tank läuft, so dass Luft in der Leitung ist? Sollte das überhaupt ein Problem sein, da ja die Schwimmerkammer voll ist?
Alternatividee: Das Wachselement kühlt zu schnell ab und hält die Starterklappe zu, aber sowie wieder Kühlwasser durchfließt wird es schnell wieder warm - aber das würde das Verhalten im kalten Zustand nicht erklären, und ich glaube nicht dass das Wachselement in einer Minute abkühlt und in 10 Sekunden wieder heiß wird...
Was gibt es noch für Ideen, die den Start und die allerersten Sekunden nach dem Start erschweren, während sich danach sofort ein ruhiger und gleichmäßiger Motorlauf einstellt?
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Re: Deutliche Verbesserung des Vergasers, aber Startproblemc

Beitragvon ohu » Mi, 23 Aug 2023, 17:47

Danke für den ausführlichen Bericht. Mit den Vergasern scheinen sich hier im Forum ja nur wenige auszukennen.

Startprobleme hatte ich mit meinem 413er auch, deutliche Besserung hat es gebracht, den Wagen am Hang, mit der Front nach unten zu parken. Bevor ich mich mit dieser Info an die Fehlersuche machen konnte, hatte ich den Wagen leider nicht mehr. Vermutlich war was leergelaufen. Kannst Du ja mal probieren, vielleicht ists ein Hinweis für die Fehlersuche.
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Re: Deutliche Verbesserung des Vergasers, aber Startproblemc

Beitragvon veb1282 » Mi, 23 Aug 2023, 20:33

Und wie du siehst, beim am Hang parken immer die Handbremse anziehen. Sonst ist dein Auto auch weg. :-D
Suzuki Samurai Santana Van Bj.93 und Cabrio Bj.95 im Straßeneinsatz und zur gelegentlichen Grünanlagenschändung...
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Re: Deutliche Verbesserung des Vergasers, aber Startproblemc

Beitragvon ohu » Do, 24 Aug 2023, 11:13

Missverständlich formuliert. :lol:

Nee, den 413er hab ich mittels Überschlag gecrasht und bin dann auf Samurai umgestiegen.
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Re: Deutliche Verbesserung des Vergasers, aber Startproblemc

Beitragvon damaltor » Do, 24 Aug 2023, 20:27

So, nun habe ich Mal mit der Nase nach unten am Hang geparkt. Ergebnis: das Auto startet gar nicht. Mit Mühe und Not und kurz vor dem Ende der Batterie, mit Angst und bange gerade so anbekommen... Gar nicht gut.

Und wieder: als der Motor dann einmal lief, lief er gut, auch bergabstehend - nur an wollte er nicht. Aber was mach ich nun daraus? :shock:
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Re: Deutliche Verbesserung des Vergasers, aber Startproblemc

Beitragvon damaltor » So, 01 Okt 2023, 22:17

Nachtrag: Es scheint, als hätte ich beim Zusammenbau des Vergasers das weiße Ritzel, welches durch das Zahnradsegment am Wachselement gedreht wird und die Starterklappe zuhält, nicht wieder richtig eingefädelt und verdreht. Es sollte bei kaltem Motor so stehen, dass die kleine Spitze nach oben zeigt. So hat es die Starterklappe mit viel zu viel Kraft zugehalten, da es eine vierteldrehung weiter stand. Übrigens, der Bügel, der das Zahnrad hält, hat an einem Ende ein Langloch, so dass man ihn nach unten oder oben bewegen kann um den Winkel des Zahnrads einzustellen (sofern man es nicht gleich um ganze 4 Zähne verdreht hat wie ich...)

Ich habe nun das Ritzel wieder korrigiert und es scheint alles zu funktionieren - der Motor startet artig und läuft gut. Warten wir mal ab was der Winter bringt, aber erstmal sieht es gut aus...
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