Kupplungszug einstellen - ist das so richtig?

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Kupplungszug einstellen - ist das so richtig?

Beitragvon damaltor » Mo, 20 Jun 2022, 23:40

Nachdem mein kupplungszug beim sj413 ja kaputtgegangen ist, habe ich einen neuen gekauft und eingebaut. Diesen habe ich nach Werkstatthandbuch eingestellt:
- Kupplungspedal und Bremspedal sind in etwa auf einer Höhe
- Kupplungspedal hat etwa 3 cm Spiel bis ein Merklicher Widerstand spürbar ist
Es fühlt sich so an als wenn der Kupplung nun zu weit trennt: beim Treten des Pedals wird es etwa 2/3 des Wegs immer fester zu treten, das war ich vom alten kupplungszug schon gewohnt und es fühlt sich in etwa so an wie bei einem modernen Auto - je weiter man tritt, desto fester. Danach wird der restliche Pedalweg jedoch sehr weich, als wenn man über einen bestimmten Punkt Hinaustritt. So weich, dass das Pedal dann häufig am Bodenblech anschlägt, weil man plötzlich nur noch sehr wenig Kraft braucht. Ich habe erstmal einen filzgleiter an das Pedal geklebt, damit es nicht so ans Blech knallt :)

Die Kupplung trennt prima und greift prima, es geht also alles ohne Probleme. Überlaste ich die Kupplungsfeder damit auf Dauer? Oder ist es normal, dass das letzte Stück des pedalwegs leichter geht als die ersten zwei Drittel?
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Re: Kupplungszug einstellen - ist das so richtig?

Beitragvon 4x4orca » Di, 21 Jun 2022, 15:22

Ich stelle die Kupplung immer so ein, damit man nicht zu weit auskuppelt (also zu viel eingestellt hat).

Kupplung treten, dann wieder 1-1,5 cm los lassen und dann versuchen, den Rückwärts einzulegen. Geht es nicht oder kracht es, ist zu wenig ausgekuppelt, also Schraube weiter zu drehen.

Um zu testen, ob man nicht zu viel eingestellt hat, das Spiel immer wieder holen und dabei das Pedal immer etwas mehr los lassen. ist der Punkt, an dem der gang nicht mehr rein geht, zu weit oben, ist der Zug zu viel eingestellt.

Bzgl. des Problems mit zuerst immer schwerer und dann plötzlich leichter liegt oft an ein klemmenden Kupplungswelle. Also das Teil an dem der hebel angeschraubt ist am Getriebe und der in die Glocke geht. Da sind Buchsen drin. Wenn die trocken sind, geht die Welle schwer unter last zu drehen. Das ist auch oft für defekte Kupplungszüge verantwortlich, weil die Belastung auf Dauer zu Hoch für das Seil ist. Die Welle bricht deswegen auch gerne mal oder verbiegt sich.
Abhilfe schafft da nur der Ausbau des Getriebes, weil man an die Buchse auf der Fahrerseite nur von innerhalb der Glocke aus dran kommt.
Ausrücklager abnehmen, Feder aushängen, welle richtung hebelseite scheiben,da mit die Buchse auf Fahrerseite frei liegt, Fett rein. Auf der Hebelseite die Welle außen schmieren in dem Bereich, der dann wieder in der Buchse sitzt. Die Welle sollte sich dabei leicht drehn lassen. Geht das trotz schmierung immer noch schwer, ist sie meist verbogen. Dann muss sie komplett raus und gerichtet oder ersetzt werden.

Gruss
Sacha
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Re: Kupplungszug einstellen - ist das so richtig?

Beitragvon damaltor » Di, 21 Jun 2022, 17:56

Mist, das wollte ich natürlich nicht unbedingt hören :) danke für die Infos!
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Re: Kupplungszug einstellen - ist das so richtig?

Beitragvon damaltor » Sa, 02 Jul 2022, 12:29

Ich habe jetzt testweise von außen das Lager des Betätigungshebels mit kriechöl geflutet. Das Pedal tritt sich merklich leichter. Die wirst also Recht haben mit deiner Vermutung. Danke!
damaltor
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