Wohnwagen mit falschem Tüv gekauft?!

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Wohnwagen mit falschem Tüv gekauft?!

Beitragvon Der Jones » Sa, 28 Jul 2018, 14:04

Moin miteinander!
Mal was ganz ohne Offroad oder Suzuki. Kennt sich jemand aus oder hatte sowas schon mal? Ein anwalt vertreten? :lol:

Habe mit meiner Frau im April einen WoWa gekauft- Fendt, mitte 90er, sehr sauber, Größenordnung 5000 Euro.
Der Verküfer war eigentlich sehr nett und auch seriös. Älterer Herr, seine Frau war auch mit dabei, verkauf wegen Neuanschaffung.

Der Wowa ist wirklich sehr sauber. Er bestand darauf ihn nur mit neuem Tüv abzugeben. War mir recht, so konnte ich sicherheitsrelevate Schäden schon mal ausschließen und hab mir nur den Aufbau angeschaut.
Jedenfalls als wir dann die Info bekommen haben der tüv ist gemacht bin ich gleich los, hab bezahlt und bin gegangen. Sofort fällt auf der Blinker links tut nicht. Muss ja direkt da kaputt gegangen sein, weil ohne Blinker kein Tüv..
zwischenzeitlich stelle ich fest, die Feststellbremse zieht schlecht. Also von Hand Rangieren mit gezogener Bremse noch mit kraft möglich.

Dann hab ich mal den Bericht der Dekra raus geholt. Dort steht bremswirkung Feststellbremse blockiergrenze erreicht.
Messwerte 200daN 200 , 200 , 200 , 200 Betriebs und Feststellbremse.

hmm..
muss man nachstellen.

Heute bring ich den Wowa zur Werkstatt zum Reifen neu machen wegen der 100er Zulassung. Beim Rückwertsfahren im Hof winkt der Meister _ Die bremsen sind Runter! Metall auf Metall hört man doch! Sagt er...

Was mach ich nun? Klar, richten lassen und die Altteileaufbewahren, aber wie geh ich weiter vor? Der tüv (dekra) war doch gefälscht?!?

ps: bin seit dem kauf knapp 200km gefahren
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Re: Wohnwagen mit falschem Tüv gekauft?!

Beitragvon DaBonse » Sa, 28 Jul 2018, 15:06

Hallo,

vorab das ist keine Rechtsberatung und ich hatte so einen Fall noch nicht.

Aber ich sehe das so und würde folgendermaßen vorgehen:

Ich würde zum TÜV fahren und die 80,- Euro oder was ausgeben und eine TÜV Prüfung machen lassen. Gleichzeitig fragen ob da was in der Datenbank zu dem WoWa steht, also die Situation schildern. Bekommt der Wagen TÜV ist alles ok. Bekommt er ihn nicht, hast Du was schriftliches. Von einem Gutachten würde ich abraten - verursacht nur Kosten.

Wenn der nicht durch den TÜV geht dann würde ich den Verkäufer schriftlich (Einschreiben) darauf aufmerksam machen und innerhalb einer angemessenen Frist von sagen wir mal 4 Wochen entweder die Rückabwicklung des Kaufs fordern oder eine Minderung des Kaufpreises. Welche Option musst Du vorher überlegen und klare Zahlen benennen - aber realistisch.

Wenn der Verkäufer sich nicht drauf einlässt, dann würde ich einen Mahnbescheid online beantragen und abwarten. Wenn er nicht zahlt, geht es automatisch auf Gericht. Erst dann würde ich einen Anwalt einschalten (wenn überhaupt). Außer Du hast eine Rechtschutz, dann kannst da gleich was machen.

Generell würde ich das überhaupt nur machen, wenn der Schaden enorm ist. Wegen 200,- Euro würde ich nichts unternehmen. Rentiert sich nicht der Stress und Aufwand.

Grüße,

DaBonse
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Re: Wohnwagen mit falschem Tüv gekauft?!

Beitragvon Der Jones » Sa, 28 Jul 2018, 15:28

Naja der Verkäufer hat auch gesagt er ist dicht und ist er aber nicht. Damit was zu erreichen ist natürlich unmöglich aber es ist trotzdem ärgerlich.
Der Schaden an den Bremsen dürfte im Bereich 600 Euro liegen, die undichtigkeit nochmal so viel.
Ich hab keine Werkstatt mehr und quasi keine zeit, deswegen hab ich bewusst einen gepflegten Wagen für etwas mehr Geld als marktüblich gekauft . Einfach als sorglos Paket.
Ist jetzt leider nicht mehr, alleine dafür würde ich dem Typ gerne vor die Tür ka**en.

Meint ihr es bringt was mit der Rechnung der Werkstatt zu ihm zu gehen? Sozusagen er bezahlt dann sind wir eben oder wir bezahlen, rühren dann aber erstmal im dekra Topf, schwärzen seinen Prüfer an, veranlassen eine Anzeige wegen betrug und arglistiger Täuschung. Das sind alles Sachen die uns nix kosten. Natürlich mit fraglichen Erfolgschancen aber unangenehm für ihn und seinen Prüfer..
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Re: Wohnwagen mit falschem Tüv gekauft?!

Beitragvon DaBonse » Sa, 28 Jul 2018, 15:36

Ok, das ist schon heftig.

In diesem Fall würde ich den Verkäufer anrufen und ruhig mit den Problemen konfrontieren. Hast Du die Bremsen schon machen lassen? Wenn ja, dann bringt eine Rücknahme ja nichts mehr. Dann geht es nur noch um eine Minderung und die Kosten. Wenn er nicht drauf einsteigt musst Du sowieso Dein Geld über Mahnbescheid und Co zurückfordern - macht ein Anwalt auch nicht anders. Aber das ist hald alles Sch… und dauert.

Das mit der Anzeige kannst mal probieren. Zur Polizei gehen und den Fall klar schildern. Ob es wirklich Betrug etc. ist, entscheidet die Staatsanwaltschaft - aber das dauert und wird Dir nicht viel bringen. Würde wirklich zuerst versuchen mit dem Verkäufer eine Einigung zu erzielen. Alles anderes ist nur zusätzlicher Stress und bei einem Streitwert von 1200,- Euro verdient nur der Anwalt und dauert auch ewig.

Hast Du den Verkäufer explizit gefragt ob der WoWa dicht ist oder hat er das erzählt? Denke das ist kein TÜV Mangel auch wenn es ein erheblicher Mangel ist. Sonst schlafe ich ja gleich im Freien.
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Re: Wohnwagen mit falschem Tüv gekauft?!

Beitragvon Der Jones » Sa, 28 Jul 2018, 15:43

Was das Wasser Problem angeht habe ich ja nichts in der Hand. Dazu gibt es nichts geschrieben und er könnte das einfach nicht gewusst haben. Hat er aber und die bremsen auch.. Unrealistisch dass bremsen genau gleich Ziegen (200Dan) sowohl Handbremse als auch auflaufbremse. Das war eindeutig irgendwie getürkt..
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Re: Wohnwagen mit falschem Tüv gekauft?!

Beitragvon DaBonse » Sa, 28 Jul 2018, 15:56

Denke auch das da Vorsatz mit dabei war.

Telefonisch konfrontieren - aber ruhig. Minderung von 1200,- Euro einfordern. Wenn er eingeht, dann passt. Wenn nicht, Anzeige prüfen lassen und Mahnbescheid.

Hilft ja eh nicht.

Alles dokumentieren was Du machst, wann wurde telefoniert, was wurde besprochen etc. Jede Rechnung aufheben. Fotos machen. etc.

Das ist alles blöd - aber den Käse hast jetzt da und entweder er sieht es ein oder eben Mahnbescheid. Wenn Du das mit der Anzeige machst, dann ist eh nix mehr mit gütlicher Einigung. Deswegen bekommst Du noch lange nicht Dein Geld, er hat dann hald Ärger. Also nicht drohen sondern so nach dem Motto:

"Herr XY, wenn wir uns nicht vernünftig einigen können, dann lassen Sie mir keine Wahl das ich eine Anzeige prüfen lasse und mein Geld per Anwalt einfordere. Das bringt doch keinem von uns was." Nicht dass ich Sie anzeige, das könnte als Drohung aufgefasst werden.

Edit: Zum Kotzen - man will ja Geld ausgeben für was vernünftiges - aber so ist das doch keine Sache.
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Re: Wohnwagen mit falschem Tüv gekauft?!

Beitragvon BIG BUBU » Sa, 28 Jul 2018, 16:02

So schwer kann das doch nicht sein, du hast den TÜV berichten?
Wie alt ist er ?
Frisch gemacht habe ich gelesen, also hat der TÜV Prüfer es nicht richtig gemacht und somit ist es betrug und Dokumenten Fälschung.
Dekra anrufen Sachverhalt schildern , den Namen des Prüfers nennen und anzeigen.

Der Rest läuft seinen eigenen Weg, der Prüfer wird seinen Job los weil er ja ohne richtig zu prüfen getüvt hat und dem Verkäufer , naja dem musst du beweisen das er es mit dem TÜV wusste , was sich schwer feststellen lässt.
Kurz gesagt Anzeigen ist Pflicht und der Rest läuft.
Gruß Marco
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Re: Wohnwagen mit falschem Tüv gekauft?!

Beitragvon Der Jones » Sa, 28 Jul 2018, 21:45

Also der Plan ist jetzt gerade erstmal richten lassen. Vorher Bremsenprüfstand damit wir einen Vergleich haben und die alten Teile aufheben.
Was dann passiert wird man sehen. Mir fällt nämlich gerade ein wesentliches Detail auf. Der Vorbesitzer ist nämlich zufällig ein Campingplatzbetreiber. Es liegt also nahe dass er als Gewerbetreibender eine Gewährleistungspflicht hat. Keine Ahnung ob das möglich ist aber klingt erstmal gut :lol:
Ich habe keinen Kaufvertrag, sondern nur eine von Hand ausgefüllte Quittung von einem Quittungsblock. So wie er sie auf seinem Platz verwendet.
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Re: Wohnwagen mit falschem Tüv gekauft?!

Beitragvon Der Jones » Sa, 28 Jul 2018, 21:46

Übrigens danke für eure Antworten!War erst sehr unsicher ob ich überhaupt möglichkeiten habe..
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Re: Wohnwagen mit falschem Tüv gekauft?!

Beitragvon muzmuzadi » So, 29 Jul 2018, 20:02

Ganz ehrlich? 5000 € ohne richtigen Kaufvertrag ist schon sportlich.
Mit Kaufvertrag wäre es jetzt einfacher.
sebbo hat geschrieben:generell ist ein suzuki ein scheißhaus und nichts wert. jeder der geld dafür haben will macht dies mit betrügerischem vorsatz.
durch den tausch von geld gegen einen solchen scheißhaufen wirst du mitglied im suzuki offroad club und darfst dich offiziell als nicht ganz dicht bezeichnen :)
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