Winde eingebaut.

Ihr wollt uns an euren Umbauten o.ä. teilhaben lassen??
... dann hier rein damit!

Re: Winde eingebaut.

Beitragvon veb1282 » Sa, 22 Jun 2019, 10:53

Ja, absolut beeindruckend. Das erinnert mich an so einen Rover von der NASA. Da kommt man sich mit seinem normalen Samurai vor, wie ein Kind mit seinem Spielzeug. :lol:
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Re: Winde eingebaut.

Beitragvon ohu » Do, 27 Jun 2019, 11:03

Aktueller Baustand:
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:oops:
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Re: Winde eingebaut.

Beitragvon ohu » So, 30 Jun 2019, 23:39

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Alles startklar?

Hoffen wir das beste.
:?
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Re: Winde eingebaut.

Beitragvon berndhac » Mo, 01 Jul 2019, 9:06

Viel Glück wünsche ich Euch und bitte weiter berichten ...
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Re: Winde eingebaut.

Beitragvon ohu » Di, 09 Jul 2019, 20:50

Sorry, habs während der Rallye nicht mehr geschafft, hier reinzusehen. War ereignisreich, ein Frontalcrash mit 60 gegen einen Baum (Lenkung ausgefallen), Umfaller, mehrere Tagessiege - am Ende hats für den dritten Platz der Extremautos gereicht. 8)

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Ein ausführlicher Bericht ist gerade in Entstehung.
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Re: Winde eingebaut.

Beitragvon veb1282 » Mi, 10 Jul 2019, 0:01

Na dann mal Glückwunsch zum Dritten. Das Foto hat fast schon was künstlerisches.

Muss ich mal ganz doof fragen. Hing das Gerät Samstag womöglich hinten an nem Wohnmobil auf der Autobahn? Ich hab da was in der Art gesehen, als ich kurz aus dem Koma erwacht bin. :-D
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Re: Winde eingebaut.

Beitragvon ohu » Mi, 10 Jul 2019, 8:14

veb1282 hat geschrieben:Muss ich mal ganz doof fragen. Hing das Gerät Samstag womöglich hinten an nem Wohnmobil auf der Autobahn? Ich hab da was in der Art gesehen, als ich kurz aus dem Koma erwacht bin. :-D


Ziemlich sicher so, falls die Autobahn A10, A9 oder A99 hieß. :lol:
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Re: Winde eingebaut.

Beitragvon veb1282 » Mi, 10 Jul 2019, 11:54

Na sowas. Dacht ich mir doch. Hab nicht viel gesehn, weil meine Fahrerin zu fix vorbei war. War auch leicht verschmutzt das Fahrzeug. :lol:
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Re: Winde eingebaut.

Beitragvon ohu » Mo, 12 Aug 2019, 21:22

Samstag, 29.06.2019. 3 Uhr morgens. Lenggries.

Die Handbremse ist jetzt fest, muss nicht mehr demontiert werden. Ab, Bremse noch entlüften.

Das war einer der letzten Punkte auf der Liste. Gepackt ist schon, es waren nur noch wenige Restarbeiten am Rennfahrzeug offen.

Entlüfterflasche ran und gepumpt. Kommt nichts. Seltsam. Rückschlag am Entlüfter kaputt? Wir entlüften konventionell per Auf- und zu. Es kommt immer noch nichts an. Wir arbeiten die Bremsleitungen entlang nach vorne und stellen fest, dass aus dem Hauptbremszylinder auch nichts kommt. Mit Druckluft gegengeblasen, kommt immer noch nichts. Vorderer Bremskreis geht. Egal. Wir müssen langsam los. In der Ersatzteilkiste müsste noch ein mäßig okayer Hauptbremszylinder liegen. Zustand unbekannt. Alles auf den Hänger geschnallt, kurz nach sechs Uhr ist unser Konvoi endlich auf der Straße.

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Anja und Gerhard fahren, Martin und ich schlafen.

Gegen zehn Uhr kann ich nicht mehr pennen und durchforste per Smartphone das Internet nach einem Ersatzteil. Wo können wir am Samstag noch so ein Teil holen, am besten neu, an der Strecke und vor allem verfügbar? Über Facebook kommt der Tipp es bei der Allradscheune Trebbin zu versuchen. Dort angerufen, ja, die haben das Teil, sind noch bis 13 Uhr da. Andre ist eh schon kurz vor Berlin, ich dirigiere ihn nach Trebbin, wo er das passende Teil abholt. Leider wollen die einen ziemlichen Mondpreis, egal, wir brauchen das Teil.
Am Hermsdorfer Kreuz sammeln wir um 12 Uhr Julia ein, welche heuer als Anjas Beifahrerin im Patrol die Discovery-Klasse bestreiten wird.

Die weitere Fahrt ist ereignisarm, um 22 Uhr treffen wir in Gwda Wielka ein, treffen Ingo und Andre, die schon vor Ort sind, stellen den Pavillon auf und schüren den Grill an.

Sonntag, 30.06.2019. Gwda Wielka.

Einige Restarbeiten stehen auf dem Programm. Ein paar Halter für Feuerlöscher, Schalthebelabdeckung, ein paar Kabel, Anmelden, Erste-Hilfe-Kurs, Technische Abnahme, Tanken fahren. Beim Ausflug zur Tankstelle wird der Motor überaus heiß, wir rätseln eine Weile herum. Bald bemerken wir aber, dass im Zuge der neuen Leitungsverlegung fürs Getriebe die beiden Kühlwasserleitungen vertauscht sind. Das ist zum Glück mit überschaubarem Aufwand behoben. Es folgt noch eine abendfüllende Fahrerbesprechung und das ein oder andere freudige Gespräch übers Wiedersehen und der Tag ist schon vorbei. Das Auto ist startklar. Wir hoffentlich auch.


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Montag, 01.07.2019.

Es geht los. Zunächst mit einem Showstart in der 40km entfernten Kleinstadt Miastko. Wir fahren über Straße an. Dort ist ein wenig Stau und Rummel, Zeit sich mit anderen Teilnehmern auszutauschen. Bald schon werden wir durch den Startbogen geschickt, 100m weit angasen und dann reihen wir uns wieder in den normalen Verkehr ein.

Ein paar Kilometer Straße, dann stehen wir zum eigentlichen Start am Waldesrand.
Die Zeit zählt runter, wir sind recht entspannt. Start und los geht es. Ab in den Wald. Schnell fahrbare Wege, aber eng und kaum Möglichkeiten für Überholmanöver.

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Keine wirklichen Hindernisse außer dem Staub. Das neue Getriebe macht sich gut, die Gangabstufung ist echt klasse für diese Waldwege, es ist immer ordentlich Leistung vom Motor abrufbar.

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Eine etwas eng kilometrierte Stelle verwirrt uns und viele andere auch. Wir bieten kurz vor einem Bach rechts ab. In der Folge passt aber nix. Viele CC-Fahrzeuge kommen uns entgegen. Das passt nicht. Schnell gewendet. Hätten hinter dem Bach rechts reinmüssen. Okay. Passt. Enge Linkskurve und dann gleich einen Sandhang mit lockerem Sand rauf. Die Ente steht unten und versuchte garnicht mehr, ein Schweizer Pajero wühlt auf halber Höhe.
Nicht lang versuchen, einfach fahren, denke ich mir, rangiere das Auto in eine gute Lage um mit Schwung anzufahren, Hecksperre rein und als Roger wieder runterkommt zieht der Suzuki im zweiten Gang den Hügel rauf. Wieder weiter durch den Wald. Der wird dichter.

Martin: "Es scheint mir, als ob unser elektronischer Wegstreckenzähler nicht mehr richtig messen würde."

Hias: "Ka Wunder, da Radsensor ja no ned kalibriert und fürs GPS is da Woid z dicht. Zefix. muassd schatzn."

Martin: "Schwierig. Versuchs mal da rechts, bald müsste ein Jägerstand kommen."

Wenig später stellen wir fest, dass dieser Weg der falsche ist. Wenden.

Hias: "I griag den rückwartsgang nimmer eine. irgendwas is hi an der Schaltmechanik. vielleicht da Führungsboizn brocha"

Mit zwei Händen und viel Gefühl lässt sich der gewünschte Rückwärtsgang einlegen. Die Vorwärtsgänge sind etwas schwerer zu treffen, gehen aber noch. Gewendet. Zurück. Jägerstand an der nächsten Abzweigung gefunden. Kompasskurs. Zum ersten Mal testen wir die Kompasskursfunktion unseres neuen Edeltripmasters. Geht ruckzuck, wenn auch der Wald die GPS- Genauigkeit etwas einschränkt. Weiter.

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Der Wald wird lichter, die Navigation passt wieder, wir geben wieder Gas. Zickzack, mehrere 90-Grad-Kurven hintereinander, eine Rechtskurve, lange Gerade, ich beschleunige auf circa 60 km/h, will die Spur korrigieren, das Auto reagiert nicht, die Lenkung geht sehr leicht, ich trete nach einer Schrecksekunde auf die Bremse und wir knallen frontal mit noch circa 40 Sachen gegen eine Kiefer.
Das Auto steht sehr schnell. Martin und ich werden von den Gurten sauber abgefangen. Kiefernzapfen prasseln auf Dach und Motorhaube.

Beide noch heil. Motor, Zündung, alles aus. Wir steigen aus.

Hias: "Zefix. I hob nimma loatn kenna. keine Ahnung, s is recht schnoi ganga."

Durchsicht. Die Lenkschubstange ist gebrochen. Das erklärt den Kontrollverlust übers Auto.
Es läuft schon mal nichts aus, es ist trocken unter dem Wagen. Sehr gut. Haube auf.
Wir sind mit dem rechten Rahmenlängsträger eingeschlagen. Stoßstange, Haube, Kotflügel krumm.
Das rechte Rahmenlängsrohr ist an mehreren Stellen stark zusammengefaltet. Querträger verbogen, Hydrauliktank liegt direkt an Lichtmaschine und Dämpferdom an, Dämpferdom rechts ist oben fast 10cm weiter hinten als der linke.
Lenken können wir nicht mehr, durch die starken Verformungen schleifen Leitungen und Rohre an vielen Stellen, an denen diese das nicht tun sollten.
So fahren wir nicht mehr. Wäre sogar besser, den Motor nicht anzulassen.

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Also Warndreieck raus und Bergung angerufen. Wir brauchen einen Transport, sind nicht mal mehr Schleppfähig. Ich bekomme zu hören, dass viel los sei, es könne also dauern. Keine Eile. Warndreieck aufgestellt und abwarten.

Martin packt derweil die Handkurbelwinde aus, wir ziehen das Auto von der Strecke, ein Stück in den Wald hinein. Schwerstarbeit, da einige dicke Wurzeln uns bremsen.
Währenddessen jagt das halbe Feld an uns vorbei. Alle finden eine Umfahrung im Wald, ein paar Bekannte kommen vorbei und bemitleiden uns, um dann wieder weiterzufahren. Mist. 30km gefahren und Schluss.

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Nach einer guten Stunde kommt der Bucher 6x6 um uns von der Strecke zu kratzen. Aufladen dauert etwas, da wir nur von Hand an den Rädern lenken können und aufgrund der verzogenen Stoßstange der Lenkeinschlag noch arg beschränkt ist - ziemliches Gefummel. Abfahrt ins Camp.

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Dank den Errungenschaften des modernen Mobilfunks ist die Servicecrew schon alarmiert als wir eintreffen, Andre, Gerhard und Ingo haben schon das Werkzeug aufpoliert und Bier kaltgestellt.

Abladen, Schäden begutachten. Haube und Frontteil abnehmen. Da lösen sich erste Verspannungen, die Verformungen des Rahmens werden deutlich sichtbar.

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Motor hängt schief drin, aber kann gefahrlos angelassen werden. Okay. Wir müssen das Ganze in Form ziehen.
Neue gebrauchte Lenkschubstange rein (Reserve ist ja im Camp dabei) und wir können wieder rangieren.

Praktischerweise stehen einige Bäume in günstiger Formation im Camp herum. Mit Winde und Umlenkrollen klappt das gut. Martin gibt Regieanweisungen, zieht erst längs, dann quer.

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Einige Entlastungsschnitte mit der Flex sind nötig

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Nachdem die Rahmenform und die Position von Motor, Aggregaten und Fahrwerkskomponenten grob wiederhergestellt sind, schweißt Martin die Löcher wieder zu.

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Die Front wird auch wieder halbwegs in Form gebracht, die Haube mit einigen Hammerschlägen rückverformt, ein paar Trenn- und Schweißarbeiten sind zur weiteren Wiederherstellung erforderlich.

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Alles dank eines sehr motivierten und engagierten Serviceteams möglich und wir werden sogar noch im Hellen mit den wesentlichen Arbeiten fertig. Eine kurze Probefahrt bestätigt uns, dass das Auto auch noch geradeaus fährt. Ziel erreicht.

Zwischendurch treffen auch Anja und Julia im schadenfreien Patrol ein. Alles heile, wir können uns weiter dem Suzuki widmen.

Eine weitere gebrauchte Lenkschubstange in geschmiedeter Ausführung bekommen wir dankenswerterweise vom Team Lutscher - Die hat nämlich sehr wahrscheinlich nicht 5 Rallyes gesehen und wurde wohl auch nicht mehrfach wieder geradegeklopft. Rohr zur Versteifung eingeschweißt, eingebaut, Feierabend und gute Nacht.
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Re: Winde eingebaut.

Beitragvon flojoe73 » Mi, 14 Aug 2019, 8:08

Tolles Fahrzeug, toller Bericht - muss ein mieses Gefühl gewesen zu sein nicht mehr lenken zu können - absoluter Albtraum...
Und ihr seid mit dem Rahmen-Flickwerk dann noch weitergefahren? Respekt =D>

Die Fotos auf der Piste sind übrigens genial, wer hat die denn gemacht?
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