Samurai-Restauration, o. warum mich alle für verrückt halten

Ihr wollt uns an euren Umbauten o.ä. teilhaben lassen??
... dann hier rein damit!

Samurai-Restauration, o. warum mich alle für verrückt halten

Beitragvon Razzio » Mo, 24 Aug 2020, 9:27

Hallo,

ich bin nun seit April '20 schon "mitten drin" im Rostgetümmel und möchte meine Art der Restauration hier nun auch mal etwas dokumentieren. Vielleicht hilft es ja dem Einen oder Anderen bei anstehenden Entscheidungen und auftretenden Fragen und Problemen bei einem ähnlichen Projekt.

Vielleicht noch vorab: Das was ich hier beschreibe, ist mein Weg die Dinge anzugehen. Ich gehe intuitiv vor, arbeite nach Gefühl. Ich will hier nicht klugscheißen sondern dokumentieren. Obwohl ich ein wenig Erfahrung in der Metallbearbeitung habe, ist es mein erstes Projekt dieser Art. Wer Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge oder Kritik hat, immer her damit, ich freue mich über konstruktive Kritik genau so wie über lobende Worte. :D

Also los:
Ausgangspunkt ist ein emerald-grüner (Farbcode 19H) Van mit ohne jeglicher Zusatzausstattung - außer den Freilaufnaben und einem Schleudersitz für den Fahrer. EZ 1990, in Japan hergestellt.

Der Gesamteindruck war für mich als Noob beim Kauf 2018 durchaus brauchbar. Er hatte ja schließlich auch eine frische HU ohne Mängel (!). Bezahlt habe ich damals 3200,- EUR.

Nach einer eingehenden Prüfung Mitte 2019 stellte sich dann bei mir spontane Ernüchterung ein: Überall zugekleisterte Rostlöcher, 4 von 8 Befestigungspunkten am Rahmen und an der Karosserie faktisch nicht mehr vorhanden. Der Rahmen eine Ruine, der Body nicht besser.
Ich stand vor der Entscheidung das Fahrzeug wieder abzustoßen oder in den sauren Apfel zu beißen und mit meinem Rostschaber bewaffnet in den Kampf zu ziehen. Ich habe mich für letzteres entschieden und es (bis auf einige wirklich deprimierende Momente) nicht bereut.

Ich hatte das Glück, dass jemand genau zu dem Zeitpunkt eine ganz brauchbare Basis verkauft hat. Es handelte sich um einen Samurai von 1989 mit Vergasermotor - ohne Body. Also bin ich im August 2019 da hin gefahren, habe das Fahrgestell mit Motor abgeholt, hab den Motor dann gleich verkauft und den Rest erst mal trocken abgestellt.

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Los ging es dann in diesem Frühjahr mit dem Rahmen/dem Fahrwerk:
Ich habe das eingemottete Unterteil im April demontiert, entrostet und lackiert sowie die Bremsen überholt. Am Fahrwerk wurden fast alle Schrauben und alle Buchsen erneuert. Das hat ca. bis Ende Juni gedauert.

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Hatte auch etwas Rostansatz weil er sehr lange stand. Aber kein Vergleich zu meinem Rahmen.

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Hier mal ein Foto während des ersten Anstriches. Ich hab helle Farbe gewählt, so sieht man gleich wo man noch nicht war...

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Achsen und VTG, Bremsen und Federn sowie die Wellen zeigen kaum Verschleiß. Das Fahrzeug wurde wahrscheinlich kaum gefahren.

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Nun steht er da, der Motor ist schon montiert, und wartet auf sein Fahrerhäuschen. :)

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Dann ging es mit dem Body los...

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fossiles Gummi...

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Ich habe mir im Vorfeld 2 ausrangierte Schaumstoffmatratzen organisiert und nachdem der Body unten war, habe ich ihn zunächst auf die Fahrerseite gelegt. Dann gekärchert um den groben Dreck und lose Teile gleich zu entfernen. Danach habe ich die dilletantisch eingeklebten oder eingenieteten Reparaturbleche entfernt und von vorne auf der Beifahrerseite begonnen die verrotteten Teile bis ins gesunde Blech herauszuflexen.

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Ich liebe es wenn sinnvolle Schraubenlängen gewählt werden #-o ...
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Schweller bauen. Rechteckrohr 120x80x3mm. Ich habe mich entschieden wenigstens ein Revisionsloch in den Schweller zu machen und ihn innen ebenfalls regelmäßig mit Elaskon auszusprühen. Da kommt selbstverständlich ein Stopfen rein. ;)
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Ganz wichtig: Handschuhe tragen! :D

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Am Bodenblech arbeite ich mit 1mm Blchstärke, für die neuen Traversen und den Übergang vom Kofferraum zum Fußraum nehme ich 2mm Bleche.

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Ja, ich schweiße mit Fülldraht und habe es mir gerade selbst begebracht. ;) Fülldraht weil ich draußen arbeite und weil es viel günstiger ist. Ich arbeite mit einem MIG 250 Inverter von MTF. Kein High End aber auch kein Low End-Gerät. Ich habe hier 09er Draht verwendet, nutze aber jetzt 06er und komme besser zurecht.

Ziel ist es, neben der bloßen Reparatur auch gleich potenzielle Rostnester zu beseitigen und da wo es geht stumpf (also als I-Nähte) zu schweißen. Wo es funktioniert, fliegen doppelte Bleche, die Hohlräume bilden, raus. Ich will keinen Schönheitspreis bekommen, es muss halten...

Im realen Leben bin ich schon weiter, es gibt bald neue Fotos...
Zuletzt geändert von Razzio am Di, 01 Sep 2020, 13:40, insgesamt 4-mal geändert.
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Re: Samurai-Restauration, o. warum mich alle für verrückt ha

Beitragvon muzmuzadi » Mo, 24 Aug 2020, 10:00

Nur Unwissende sagen das Du verrückt bist, Wissende nicken anerkennend. :wink:
sebbo hat geschrieben:generell ist ein suzuki ein scheißhaus und nichts wert. jeder der geld dafür haben will macht dies mit betrügerischem vorsatz.
durch den tausch von geld gegen einen solchen scheißhaufen wirst du mitglied im suzuki offroad club und darfst dich offiziell als nicht ganz dicht bezeichnen :)
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Re: Samurai-Restauration, o. warum mich alle für verrückt ha

Beitragvon Razzio » Mo, 24 Aug 2020, 10:58

Danke Dir Andreas! :)

PS: Haste Deine Winterräder am neuen Fahrgestell gesehen? :) Ich kann sie Dir bald wieder vorbei bringen. Meine Räder werden ja jetzt frei. :D
Zuletzt geändert von Razzio am Mo, 24 Aug 2020, 13:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Samurai-Restauration, o. warum mich alle für verrückt ha

Beitragvon skylab » Mo, 24 Aug 2020, 11:05

Anerkennendes Nicken :-D Es ist viel arbeit aber es lohnt sich!!
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Re: Samurai-Restauration, o. warum mich alle für verrückt ha

Beitragvon Geronzen » Mo, 24 Aug 2020, 17:55

=D> mehr gibts dazu nicht zu sagen.
Ach ja, anerkennendes Kopfnicken..... :-D
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Re: Samurai-Restauration, o. warum mich alle für verrückt ha

Beitragvon Razzio » Di, 25 Aug 2020, 7:21

Danke sehr! :) Ich muss auch mal sagen, ohne dieses Forum hätte ich das wohl gar nicht angefangen. Durch Eure zahlreichen Umbau- und Restaurationsstories hab ich erst Mut und Lust bekommen mich auf dieses Projekt einzulassen. Und die vielen Tipps und Ideen aus Euren Projekten fließen nun in die Arbeit an meinem Auto ein.
Dafür möchte ich mal an die ganze Truppe hier anerkennend zurück nicken!

DANKE! =D>
Herzliche Grüße, Razzio
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Re: Samurai-Restauration, o. warum mich alle für verrückt ha

Beitragvon DeeCee » Di, 25 Aug 2020, 19:22

Kommt mir bekannt vor , war aber noch bekloppter glaub ich !

viewtopic.php?f=24&t=39171&p=360571#p360571

Gruß

Lars
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Re: Samurai-Restauration, o. warum mich alle für verrückt ha

Beitragvon Razzio » Di, 01 Sep 2020, 12:41

So, ich habe weiter gemacht und die nächsten Problemstellen überarbeitet.

Das Mittelteil hinter den Sitzen ist ja original doppelt ausgeführt und damit ein bekannter Tummelplatz für den Rost. Also erstmal raus damit bis ins gesunde Blech
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Die gepunktete Überlappung zum Kofferraumboden (o. ä.) bekommt man am besten ab wenn man den Streifen noch dran lässt (an der Kantung flexen) und dann die Schweißpunkte schwächt
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um sie danach mit einem Karosseriemeißel oder wie ich hier mit nem alten Stemmeisen abzusprengen.
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So sieht es dann aus. Ein Durchstieg ist entstanden. :-D
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Am Tunnel habe ich die Bleche für die Befestigungspunkte entfernt. Diese möchte ich dann von innen aus dickem Material (evtl. Profil?) anbringen und an dem starken Tunnelblech sowie am Schweller jeweils verschweißen. Also wie eine geteilte Traverse im Innenbereich wo man evtl. später mal einen Überrollbügel innen aufsetzen kann. Dazu aber später mehr.
Das hintere Ende des Tunnels habe ich winkelig und gerade abgeflext um es dann innen an das neue Blech einfacher ansetzen zu können. Der Tunnel muss ja um einige Zentimeter verlängert werden weil das innere Blech ja nicht mehr da ist wo er vorher angepasst war.
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Dieses gekantete Blech aus 2mm Stahl soll nun den ganzen Kladderadatsch ersetzen.
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So sollte es doch gut passen.
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Vorher noch ein paar Fehlstellen an den alten Kanten aubessern
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Dann reinstellen und Mitten anreißen: Kofferraumblech und das neue Querelement messen und anreißen. Was sehen wir? Versatz! Weil vorher keine Streben eingeschweißt wurden und der Kadaver auf weichen Matratzen auf der Seite liegt. Der Hintern hängt nun mal bissel runter bei so ner alten Suse. (Ich weiß, mein alter Lehrmeister rotiert gerade im Grab wenn er meine "Anrisse" sieht! #-o "EIN ORDENTLICHER RISS, KEIN GEKRITZEL!!!" würde er rufen. :D )
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Also Wagenheber unter den Po schieben und das Problemchen beheben.
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Nun kann geschweißt werden. Schön gemütlich und möglichst dicht. Die Punkte hab ich zusätzlich gesetzt um die Lasche stabil zu machen.
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Vorne wieder i-Naht. Zuerst die Stellen vom Bodenblech die auf gleicher Höhe liegen, dann die Sicken anarbeiten und auch noch durchschweißen.
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Dann kam der TÜV
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zur Zwischeninspektion
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Weiter gin es dann mit der ungeliebten Stelle innen hinterm Schweller. Das hat mir etwas Kopfzerbrechen bereitet wie ich den Schrott dicht bekommen soll. Am linken Schweller (auf den Bildern unten) sieht man noch wie das meine Vorgäger hinterlassen hatten. Mir kam dann des Nachts, während eines schlaflosen Momentes, die Idee den dünnen, rostigen Mist dort bis nach innen wegzutrennen und einen Streifen von hinten innen dann anzupunkten. Das könnte ich dann mit dem Bodenblech dicht verschweißen. So hab ich dann auch gemacht.
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Löcher für die Punktschweißung an das Innenblech angebracht. Bissel weit auseinander, hab ich dann gesehen, aber da setze ich an den Blechkanten noch weitere Punkte. Wenn man die Kanten innen nicht befestigen würde, besteht ohnehin die Gefahr dass sich jemand schneidet oder die Schuhe ruiniert werden.
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Vor alle dem hatte ich noch die Bereiche innen an der B-Säule "bereinigt" wo der Gurt unten befestigt ist. Der sah auf beiden Seiten vorher so aus.
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So siehts jetzt erstmal aus. Wie ein Schwimmpanzer von unten.
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Mit aufgelegtem Schweller
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Hier wird nun in einer nächsten Aktion der Schweller mit dem Boden dicht verschweißt. Für diese Arbeit wede ich auch die Traverse, die man im vorderen Teil sieht, lösen, einschneiden und wegbiegen um dahinter richtig am Schweller entlang schweißen zu können. Danch wird sie wieder richtig angebracht. Oben am Türeinstieg hefte ich ihn zunächst und schweiße die Kante dann wenn die Karosse wieder steht.
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In den Schweller und in die Hohlräume darum herum kommt danach satt Elaskon für Hohlräume. Ich habe mich entschieden es da drinnen aufs blanke Blech zu sprühen. Die Sorte Elaskon die ich hier habe, ist dafür auch gedacht.
Zuletzt geändert von Razzio am Di, 01 Sep 2020, 15:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Samurai-Restauration, o. warum mich alle für verrückt ha

Beitragvon Razzio » Di, 01 Sep 2020, 14:19

Noch eine Erkenntnis vom Schweißanfänger:
Hier habe ich versucht blankes aber vom Rost poriges Blech zu schweißen. Vergeblich. Das Gefüge enthält dort schon so viel Sauerstoff, dass das Eisen wie Zunder verbrennt. Ich hab es rausgeschnitten und neu eingesetzt. Ging schneller, hält besser. :wink:
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Re: Samurai-Restauration, o. warum mich alle für verrückt ha

Beitragvon Razzio » Mo, 02 Nov 2020, 15:40

Ich wollte mal ein Update geben. Die Karosse ist jetzt am Unterboden fertig restauriert.
Die Schweißarbeiten "unten herum" sind abgeschlossen, Traversen, die sich in Erde verwandelt hatten, wurden neu gebaut und angebracht, kontruktionsbedingt gefährdete Bereiche so umgebaut dass sie weniger anfällig sind.

Es folgten vor etwa 3 Wochen 2 Anstriche mit Penetriermittel auf das saubere aber mit leichtem Flugrost belegte Blech. Gestern habe ich dann alle Nähte und Falze mit einer Mischung aus Elaskon K60 und Elaskon UBS schwarz (1:1) überzogen bzw. getränkt und das Wachsgemisch mit einer Heißluftpistole "eingeblasen". Damit sollen eventuelle Poren in Schweißnähten und die vorhandenen Spalte bei den Falzen zuverlässig vor Feuchtigkeit geschützt werden. Darauf kam dann der UBS schwarz von Elaskon mit meiner neuen Druckbecherpistole und einer Breitstrahldüse. Das hat mal Spaß gemacht! :D (Bilder gibts von der Beschichtung mit UBS leider noch keine.)

Hier mal noch ein paar Bilder mit entsprechenden Erläuterungen:

Weiter ging es dann mit den Arbeiten am zerbröselten Heck...

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Hier sieht man was ich da rausgetrennt habe. Das ist der Streifen vom Kofferaumboden zum Heckabschluss (Ladekante) mal im Querschnitt:
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Das Blech ist eigentlich ca. 2mm und zweilagig. Durch den Rost ist alles mehr als dreifach so dick und das verbleibende Material muss teilweise gerichtet werden weil es das derart aufgetrieben hat.

Nun kommt an diese Stelle ein Stück Flachstahl um den Heckabschluss wieder mit dem Kofferraumboden zu verbinden.

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Meine Zähne waren auch mal besser. ;)
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Gut einheften sonst reißt es ab beim Schweißen und mit der Naht beim dünnen Blech beginnen.
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Man sollte bei solchen großen Eingriffen die Position der Teile zueinander undbedingt markieren. Wie man auf den Bildern gleich sieht, fährt einem sonst das Heck evtl. seitlich versetzt hinterher. :D

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Mit einem Wagenheber habe ich das Heck wieder angehoben bis es wieder zusammen passte.


Dann gleich noch den Durchlass für den Tank nachgebaut und dann sieht das so aus. Sollte halten. :)

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Nun den Body auf die Befahrerseite gewälzt und mit der Fahrerseite analog zur Beifahrerseite weiter gemacht...
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Die Fahrerseite hat nun einen neuen Fußraum.

Danach habe ich den Tunnel verlängert weil der "doppelte Boden" ja jetzt fehlt
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Die Traversen wurden komplett neu gebaut...
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... bzw. angestückelt.
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Zuletzt habe ich alles gestrichen. Die Firma Baufan gibt vor dass man das Penetriermittel am besten auf leicht rostigen (handentrosteten) Metallflächen "einmassieren" soll. Da die Farbe auf Leinöl-Basis ist, braucht sie recht lange um anzutrocknen. Das ist wiederum gut weil sie so immer tiefer in die Poren eindringt. An durchgeschweißten I-Nähten im Blech, sieht man wie gut das funktioniert. Nach dem ersten Anstrich kam die gelbe Farbe an Nähten im Innenbereich zum Vorschein, wo ich 100% überzeugt war dass sie dicht geschweißt waren. Ich werde das mal auf einem meiner nächsten Fotos dokumentieren.

So. Untenrherum ersmal ferdsch :dancing: :
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Nun folgt die Hochzeit von Rahmen und Body.

Wenn sich jemand fragen sollte, wo denn die Befestigungen für den Rahmen hin sind, kann ich beruhigend mitteilen, dass die dann von unten aus dünn vorgebohrt werden wenn die Karosse auf dem Rahmen steht. Dann bohre ich von oben die entsprechenden Löcher in den benötigten Größen durch und verwende M10 Schrauben zur Befestigung. Ich habe mir ein 50mm Bodylift-Kit aus Stahl-Rechteckrohr und Kunststoffblöcken selbst gebaut und fahre erstmal so zum TÜV (wenn es denn erst soweit wäre).Vielleicht ist der so verliebt in den "neuen" Samurai dass es ihm gar nicht auffällt. Auf den Bau vom Bodylift gehe ich vielleicht noch mal gesondert ein.
Herzliche Grüße, Razzio
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